Thomas Huber - GRENZENLOS
Thomas Huber am 4. Dezember 2004 in Kassel in der Vertical
World
Die Huberbuam

Um es vorweg zu nehmen, die mit Spannung erwartete Multivision
GRENZENLOS von Thomas Huber war ein voller Erfolg.
Trotz der Vorweihnachtszeit fieberten fast 150 Zuschauer diesem
Topereignis des Jahres 2004 entgegen. Das entsprechende Ambiente
der Kletterhalle trug sicherlich zum Gelingen der Veranstaltung
bei.
Thomas sprach frei, untermalt von Musik, mal härter, dann wieder
sanfterer Gangart, teils direkt den Regionen angepasst, wiederum
des öfteren auch dem Rhythmus der Bilder oder dem Thema einer
Bildsequenz.
Angefangen wurde mit der Kurzvita der Eltern, mit bildhaft
dokumentierten ersten Bergfahrten mit den Eltern, dann das
Entstehen der großen Bergbegeisterung zusammen mit seinem Bruder
Alexander, zunächst durch die Besteigung von fast 40
Viertausender, dann die eigenständige Eroberung der heimischen
Bergwelt, mit dem vorläufigen Höhepunkt der Erstbegehung
Raunachtstanz, 7-, mit einer bis heute unwiederholten,
ungesicherten Schlüsselseillänge.
Mit Distanz zum eigenen Tun, frei von Arroganz und mit einem
ordentlichen Schuss Selbstironie gelang es Thomas, die Zuschauer
für sich zu gewinnen. Die Komik des teils mundartlichen
Sprachgebrauchs untermalte die eine oder andere Szene der auch
bildtechnisch einwandfreien Vorführung.
Es folgten eben keine ermüdenden Erzählungen, keine langatmigen
Ausführungen von Details, keine ausufernden
Selbstdarstellungsarien wie man sie anderswo leider immer wieder
erleben muss. Die Natürlichkeit der Dokumentation, trotz
weltmeisterlicher Leistungen der Huberbuam, wirkte sehr
sympathisch und ungekünstelt!
Meilensteine des Bergsports waren zu sehen, wie z.B. die erste
Rotpunktbegehung von The End of Silence, 10+(8b+) in den
Berchtesgadener Alpen, die Erstdurchsteigung der LhatokII, 7108m,
W-Wand, 7+/A3, Erstbesteigung des Ogre III (6800m), bis 8-, und
nur kurze Zeit später die 2. Besteigung des Ogre I (7285m), 25
Jahre nach der Erstbesteigung. In möglichst freier Kletterei bis
zum 8. Grad.
Angenehm auch die Darlegung des Verhältnisses zum Bruder
Alexander, das durchaus Konflikte und Konkurrenzen nicht
ausschloss und unterschiedliche Interessen widerspiegelte. Umso
erstaunlicher, dass das Brüderpaar nach wenigen Jahren getrennter
Wege erneut zusammenfand und insbesondere im Yosemite Valley das
Freikletterns neu interpretierte. Frei nach dem Motto: Long, hard
and free.
So hieß es: Free Salathe!! 36 Seillängen am El Cap im
Schwierigkeitsgrad 5.13b (10-), insbesondere erst zuletzt in der Headwall vorzufinden! Hervorragend von Heinz Zak fotografisch
dokumentiert!
Höhepunkt des Abends wurde sicherlich der 1.freie Durchstieg der
Zodiac/El Capitain und nachfolgend die Filmdokumentation des
Speedrecords derselben Route, die sonst in 3-4 Tagen von normalen
Seilschaften geklettert wird. Alex und Tom drückten innerhalb von
wenigen Tagen und mehrmaligen Versuchen den bisherigen Speedrekord
nochmals von 8 Stunden auf die unglaubliche Zeit von zuletzt 1
Stunde 51 min.!!!! Eine bereits seit Tagen in der Wand befindliche
Seilschaft begrüßte die beiden Speedmaker jedes Mal mit den
Worten: Ach, - nicht schon wieder Ihr?!
Die Besucher verabschiedeten Thomas Huber mit Ovationen. Selbst
Kenner der Materie waren sich einig selten eine derart
professionelle und doch so natürliche Darstellung von
bergsportlichen Höchstleistungen gesehen zu haben. Götz
Wiechmann P.S. Thomas Huber machte am Ende des Vortrages
auf den
Himalaya-Karakorum-Hilfe e.V. aufmerksam und bat als
Förderer für Spenden zu diesem Projekt. |
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